Mir besonder wichtige Themen

Montag, 27. April 2015

Du bist mir zuviel 1.4


1. Treffen - ER

Also wenn die heut Morgen man ich mit dem falschen Fuß aufgestanden ist. Das is ja wirklich genau die Art von Frau, die ich in einem Buchladen erwartet habe.
Allerdings nicht im Laden von Herr Winkler. Und ich lasse mich bestimmt nich von so einer anpampen. „Ich kann mir Nachnamen sehr gut merken. Die anderen Verkäuferinnen waren allerdings bisher so freundlich, dass wir uns mit Vornamen ansprachen. Ich habe nach Herr Winkler gefragt, weil ich ihn seit 15 Jahren kenne und mich daher gefreut hätte, ihn heute zu sehen. Mit Ihnen Vorlieb nehmen? Tja, das muss ich dann wohl.“ Sie zieht ihre Strickjacke enger um ihren Körper. Sie hat wirklich eine Strickjacke an, aus welchem Jahrhundert kommt die eigentlich?
„Es tut mir leid, wenn ich mich im Ton vergriffen habe. Können wir uns nun hinsetzen und mit der Besprechung beginnen?“ ich spare es mir, ihr zu sagen, dass sie sich nicht im Ton vergriffen hat, sondern in ihrer Wortwahl und setze mich lieber schnell hin. Als sie anfängt, über die Lesung zu sprechen, bekommt sie ein Strahlen in den Augen, das ihr biederes Erscheinungsbild nicht erahnen lässt. Ich bin auf einmal wie gefesselt und kann meinen Blick kaum von ihr abwenden. Sie zeigt mir ein paar Schaubilder, aber ich nicke einfach nur. Es is faszinierend ihr zuzuhören. Vielleicht sollte sie diejenige sein, die morgen mein Buch vorliest.
„Würden Sie morgen aus meinem Buch vorlesen? Sie haben so eine fantastische Stimme. Es ist fast so, als wenn man an einem Buch riecht. Man riecht etwas gemütliches und etwas fantastisches. An genau das lässt mich auch Ihre Stimme denken.“ Ach du Scheiße, hab ich das jetzt wirklich laut gesagt? Ihrem bleichen Gesichtsausdruck nach ja. „Was haben Sie gerade gesagt?“ „Ähm, Entschuldigung. Das ist sonst nich meine Art. Aber Ihre Stimme ist wirklich schön.“ Ich habe das Gefühl, ihre braunen Augen fressen sich in mein Hirn. „Ich meine das, was Sie über den Geruch von Büchern gesagt haben.“ Was hab ich nochmal gesagt? Ach ja. „Das neue Bücher immer nach etwas gemütlichem und etwas fantastischem riechen.“ Sieh guckt mich noch kurze Zeit an, steht dann auf, geht hinter die Verkaufstheke und holt ein altes Märchenbuch heraus. Ich erkenne es sofort. Es ist das Buch, indem ich hier früher immer gelesen habe. Sie klappt den Deckel auf und legt das Buch vor mir hin.Das habe ich wirklich schon ganz vergessen…

.......

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