1. Treffen - SIE
„Guten
Tag Herr Rütter.“ ich reiche ihm die Hand. Warum guckt er so komisch? Naja, wie
ich es mir dachte, die Leitung ist wohl etwas länger. Dann reicht er mir doch
noch seine Hand „Guten Tag Frau….ähm…“ Also da kann man doch wirklich nur mit
den Augen rollen „Frau Landers.“.
„Entschuldigen
Sie, ich hatte mir nur Ihren Vornamen gemerkt.“ Tja, ich hab es ja gesagt,
lange Leitung. Wieso ist er eigentlich allein hier? Sollte nicht der Lektor
oder zumindest irgendjemand vom Verlag dabei sein? Ich kenne den Verlag, sonst
sind die Mitarbeiter von dort immer erstklassig vorbereitet.
„Sind
Sie allein gekommen Herr Rütter? Oder kommt Ihr Lektor später?“ „Da dies meine
letzte Lesung ist und nicht so ganz offiziell dazu gehört, bin ich allein
unterwegs.“ Ich sehe schon, wie der morgige Abend ganz ganz mies verlaufen
wird. „Haben Sie auch keine Freunde mit, die Ihnen beim lesen helfen werden?“ Nach
10 Minuten am Stück wird dem doch die Luft fehlen. Vielleicht sollte ich ihn
etwas vorlesen lassen, um zu testen wie flüssig er lesen kann.
„Haha,
meine Freunde mussten mir noch nie beim lesen helfen, das bekomme ich schon noch
ganz gut alleine hin.“ Na wenn er das meint. Trotzdem wird er mir kurz vorlesen
müssen. Ich muss zwar zugeben, dass das Buch wirklich gut geschrieben ist und
die Geschichte einen auch wirklich mitreißt, aber das hat er bestimmt nicht
allein geschrieben. Und das ein oder andere hat bestimmt einer seiner
sogenannten “Kollegen“ erlebt. Ok, Ok, ich muss zugeben, auch seine Videos
waren nicht so schlimm wie ich es erwartet habe. Er kann in verständlicher
Sprache sprechen und hat sogar normale Kleidung an. Zudem ist er älter als ich
dachte. Und….und er sieht nicht unattraktiv aus. Er hat kurze braune Haare, die
oben etwas länger sind als an den Seiten und wirklich klare grüne Augen. Wie
gut, das meine Mutter mir geholfen hat, seinen YouTube-Kanal zu finden. Wäre
mir der Mann der gerade vor mir steht nebenan in der Künstler-Galerie begegnet,
hätte ich ihm wohl wirklich länger als nötig hinterher geguckt. Aber so…
„Ist
Herr Winkler heute garnich hier? Ich hatte mich so darauf gefreut, ihn zu
treffen.“ Jetzt war ich wirklich kurz abgelenkt, das passiert mir doch sonst
nicht. „Ah, Sie können sich also doch Nachnamen merken. Nein, Herr Winkler ist
heute nicht im Laden. Er hatte einen privaten Termin, denn er nicht verschieben
konnte. Sie müssen also mit mir vorlieb nehmen.“ Er will also lieber mit dem
Chef sprechen? Da denkt der kleine Macho wohl, ich könnte als Frau keine
Leistung bringen, was!?
.......

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen