Mir besonder wichtige Themen

Samstag, 25. April 2015

Palliativ arbeiten mit Menschen mit Behinderung....Tabuthema? Provokation? Oder wichtig und unabdingbar?

Heute mal ein Thema das mir aus mehreren Gründen am Herzen liegt.

Palliativ-Arbeit/ arbeiten mit Menschen mit Behinderung




Seit etwas über zwei Jahren bin ich an einem Projekt der Lebenshilfe Oberhausen und des Institut für Lebensbegleitung beteiligt. Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Palliativen Arbeit mit/für/von Menschen mit Behinderung, deren Angehörige und Betreuern. 

Mich betrifft dieses Thema direkt auf zwei Ebenen. Ich arbeite in einer Wohnstätte der Lebenshilfe und bin gleichzeitig Angehörige, da ich einen Bruder mit Down-Syndrom habe. 
Als ich gefragt wurde, ob ich an diesem Projekt teilnehmen möchte, habe ich nicht lange überlegen müssen und zugesagt. Ich gehörte schon immer zu den Menschen, die sich nicht davor scheuen über den Tod zu reden. Denn ich finde, er betrifft uns alle und über kurz oder lang werden wir ALLE mit diesem Thema konfrontiert. Bei meiner Mum weiß ich, was sie sich für ihre Beerdigung etc. wünscht, ich weiß was ich mir wünsche, aber bei meinem Bruder.....da weiß ich es nicht.
Sobald man anfängt, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, hat man das Gefühl, Menschen mit Behinderung seien bisher nicht gestorben. Aber eigentlich ist es ehr so, dass immer "irgendwelche Leute" für Menschen mit Behinderung entschieden haben. Dies ist grundsätzlich nicht falsch und wäre wohl auch bei meiner Familie so, aber es ist auch nicht wirklich richtig. Auch Menschen mit Behinderung können mit-entscheiden, wie sie beerdigt werden wollen, was sie sich für ihre Trauerfeier wünschen, welcher Pastor/ welche Kirchengemeinde etc.
Keiner sollte ihnen dieses Recht wegnehmen dürfen.
Das ist natürlich nur der Rand vom Kuchen, denn es gibt ja noch so vieles, was mit dazu gehört wie z.b. eine Patientenverfügung, Letzter Wille....also der ganze schriftliche Kram.
Aber dann finde mal einen Anwalt, der sich auf sowas einlässt....fast unmöglich.
Aber auch in der Lebenshilfe selbst gab es noch kein genaues Konzept zum Umgang mit sterbenden Bewohnern oder gestorbenen Bewohnern. Was ist also zu tun???
Hier ist mir mal wieder aufgefallen, wie dankbar ich sein kann, bei der Lebenshilfe Oberhausen zu arbeiten, denn, in den meisten Fälle, war der Umgang mit dem Tod einfach nur menschlich. Natürlich gab es auch einige Unstimmigkeiten, aber das bleibt wohl nicht aus, denn jeder hat seinen eigenen Weg, mit dem Tod umzugehen. Doch schweigen sollte man darüber nicht.

Nun ja, an all diesen Themen haben wir im Projekt gearbeitet.

Und nun ist es endlich soweit, am 06. Mai 2015 gestalten wir eine Fachtagung zu unserem Projekt.....YaaaaaaaY

Das Plakat dazu könnt ihr euch hier anschauen und den Flyer hier. Dort findet ihr auch alle weiteren Infos. Bei Fragen steh ich natürlich gern zur Verfügung :)

Das ganze ist aufgebaut wie ein Jahrmarkt mit vielen Ständen. Und jeder Stand hat ein eigenes Thema:


Stand 1 
Den Abschied leben und gestalten – Was die Kirche tun kann
Volkmar & Achim Conrads, Thomas Levin

Stand 2 
»Trauerhaltestelle« oder »Was macht ein Bestatter?«
Hannelore Janko, Andreas Bütau, Peter Brauckmann

Stand 3 
Begleitung und Pflege am Lebensende
Anke Eichholz, Desirée Poppel, Susann Terjung

Stand 4 
Lindernde Medizin
Michael Etges, Michael Jost, Egon Berchter

Stand 5 
Meine Wünsche sind wichtig! Die Patientenverfügung
Wolfgang Wettlaufer, Sebastian Tenbergen

Stand 6 
Was tröstet mich?
Birgit Schuchard, Ulrich Wagner, Angela Raupach, Frank Ossendorf, Carmen Birkholz

Stand 7 
»Ich drücke mich aus« – Kreativstand
Annemarie Schneider

Stand 8 
Was ist Hospizarbeit?
Franz-Josef Lehmann, Sabine Schrade, Marianne Weber

Stand 9 
Unser Projekt stellt sich vor: Palliative Praxis MIT Menschen mit

geistiger Behinderung

Iris Herget, Ralf Hanslik, Yvonne Knedlik, Nadine Sweidan

Stand 10 
Marktcafé mit Waffeln zum Klönen und Verschnaufen
Annemarie Lumma, NN

Kirche als Raum der Stille
Raum der Erfahrung 
»Berührung« 
Rhythmische Einreibung & Heilsame
Berührungen
Katrin Fischer, Michaela Etges, Saskia Lukanc

Raum der Erfahrung 
»Klang« 
Erfahre die Wirkung von Klangschalen
Monika Janßen, Bärbel Gottlieb


Zudem wird eine tolle Gruppe für einige Showeinlagen sorgen


Ich bin schon sehr gespannt auf die Fachtagung. Wie viele Menschen wohl kommen werden? Ich hoffe wirklich sehr, dass wir einige Menschen damit erreichen und zumindest schon mal einen kleinen Anstoß zum umdenken geben können. 
Das sich nicht von heut auf morgen alles ändern lässt, ist glaube ich jedem klar, aber der erste Schritt muss getan werden. 

Also alle die sich angesprochen fühlen und auch alle die sich nicht angesprochen fühlen, macht Werbung für diese Veranstaltung und kommt vorbei. Denn egal wie man zu diesem "Thema" steht, drumherum kommt KEINER.

Wer es gern etwas fachlicher hat, kann sich auf der Homepage der Lebenshilfe Oberhausen hier oder auf der Homepage des Institut für Lebensbegleitung hier informieren.

Bestimmt werde ich auch nach der Fachtagung einen kurzen Bericht abgeben, aber fachliche Berichterstattung ist auch dann von mir nicht zu erwarten ;)

Ich hab das Gefühl, ich wollt noch irgendwas wichtiges schreiben.....aber mir fällt es nich ein ^^"
Falls doch, gibt es halt noch mal nen Edit ;)

See ya

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