Foto: Cindy Kürschner
Ich habe das Gefühl, dass sein Gesicht immer näherkommt
und spüre, wie sich seine Hand auf meine Wange legt.
Bei dieser Berührung zucke
ich etwas zurück und zerstöre somit unseren Moment. Er räuspert sich. „Ich bringe
dich noch bis zu deiner Wohnung und fahre dann wieder.“ Hm, will er, dass ich
ihm widerspreche? Aber das werde ich nicht machen. Der Moment der Schwäche ist
vorbei und ich weiß wieder, dass ich keinen Kerl mehr in mein Leben lassen
wollte. „Ich kann schon alleine gehen. Ich denke, du hast mir wirklich schon
genug geholfen. Also vielen Dank noch mal und liebe Grüße an deine Mutter. Ich
wünsche euch ein schönes Weihnachtsfest.“ Die Zeit seiner Verwirrung nutze ich
um schnell zu meiner Wohnung zu gehen. Und er hält mich nicht auf, aber er
fährt auch nicht weg. Erst als ich die Wohnung betreten habe höre ich die
Autotür und wie der Motor startet. Tja, genau so wollte ich es doch haben…ja,
genau so…oder…doch, wollte ich. Ich gehe also ins Bad um
zu retten was noch zu retten ist und schmeiße die Stiefel dann doch nur in die
Ecke. Scheiße. Idiot. Ich mein, wer hält einem denn heutzutage noch die Türe
auf oder kommt einem auf der Straße zur Hilfe?! Shit, verkackt. Aber bald ist
Weihnachten, vielleicht werde ich nur sentimental. Und mit Nils bin ich ja nun
wirklich schon gestraft genug. Also keine weiteren Kerle. Doch dieser Moment
mit Chris geht doch nicht so schnell aus meinem Kopf, wie ich dachte...

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